hier + heute (Core-Schamanismus)
„Jenseits des Daseins gibt es noch die Wirklichkeit,
so wie es jenseits der Erde noch den Kosmos gibt.“
(Gladys Olivera Grotti)
Der große Kreislauf
Alles in der Welt hat einen Geist, eine Energie, eine eigene Intelligenz, sowie ein eigenes Bewusstsein.
Alles was ist, entstammt demselben Lebens-Urgrund.
Wir Menschen sind Teil dessen und mit Allem verwandt.
Wir sind Kinder von der Mutter des Geistes der 1. Schöpfung.
Täglich werden wir genährt und berührt vom: Atem, Wasser, Früchten, Licht, Wärme, Feuer, Vogel, Feder, Stein, Fluss, Baum, Berg, Welle, Schnee, Blitz, Sturm, dem Tag, der Nacht, dem Werden und Vergehen, der Schönheit und der Liebe.
„Alle Dinge besitzen Geist. Wir müssen erkennen, dass wir eine Familie sind.
Das Leben wurde nicht gemacht, damit es einmal endet. Das Leben endet nie.“
Schamanismus ist die älteste Methode der Menschheit, mit den Wesen und dem Geist der Welten, in Kontakt zu treten. Die Aufgabe von schamanisch Praktizierenden ist es, das Gleichgewicht des Lebens, mit Hilfe der geistigen Welt, durch gezielte Handlungen zu gestalten, zu balancieren und zu erhalten.
Ist die Harmonie des Lebens durch unachtsames oder gewalttätiges Verhalten gestört, liegt es in unserer menschlichen Verantwortung, diese Harmonie, mit Hilfe der geistigen Wesen, durch Ausgleich, Gerechtigkeit, aktives Tun und heilsame Rituale, wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Sei weit – meine Seele – weit, dass mir das Leben gelinge.
Unser wichtigster Geist ist unsere Seele. Sie ist der unversehrte Kern unseres Selbst. Die Seele ist unabhängig von Zeit und Raum. Sie ist die vitale Essenz, die den Tod überdauert. Die Seele steht in Verbindung mit allen lebendigen und nicht- lebendigen Dingen. Unsere Sinne kommunizieren vom ersten bis zum letzten Atemzug, mit der Welt, Innen und Außen.
Sind Körper, Geist und Seele im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund. Im Schamanismus lernen wir, mit dem Geist (den Geistern) der Welt, in Beziehung zu leben. Denn zu jeder Zeit und an jedem Ort, ist Geist gegenwärtig, die Kommunikation mit Ihm/Ihnen ist erwünscht und möglich.
Rituale
„Verändere ich meine Wahrnehmung von Welt,
verändere ich meine Beziehung zur Welt,
und somit meine Wirklichkeit.“
Rituale dienen dem Wandel, dem Schaffen einer neuen Ordnung, dem Wecken von verbindlich- vitaler Kraft, der Unterstützung von Erkenntnis- und Heilungsprozessen. Rituale sind willentlich- gezielte Handlungen, die den Wandel unterstützen.
Rituale werden über unsere Sinne erfahrbar. Rituale werden persönlich oder in Gemeinschaft gestaltet. Sie sind nachhaltig in Körper, Seele und Geist verankert.
„Warum ist den Geistern ein Ritual so wichtig? Das Ritual ist für die Geister das Mittel zur Kommunikation mit uns Menschen, etwa so, wie wir miteinander sprechen. Es gibt überhaupt keine religiöse Handlung ohne Ritual, eine Tatsache, die in allen Religionsgemeinschaften bekannt ist. Das Ritual ist die Regenbogenbrücke, über die wir zu den Geistern gelangen können und über die sie in unsere Welt hinüber wechseln.
Warum sie das möchten ist nicht ohne weiteres klar. Es liegt wohl daran, dass sie wissen, was wir in der westlichen Welt vergessen haben, nämlich, das die Alltagswelt und die „nichtalltägliche Wirklichkeit“ zusammen gehören, als zwei Hälften eines Ganzen. Nur wenn beide Hälften zusammen gefügt sind, ergibt sich die Welt als Ganzheit, eine Welt, in der es sich zu leben lohnt. Das Menschenleben ist leer ohne die Geister, aber auch das Geisterdasein ist unvollständig ohne uns Menschen und unsere materielle Welt. Und obgleich die Geister so viel mächtiger sind als wir Menschen, brauchen sie uns in diesem Sinne eben auch.“
(Felicitas Goodman, Wo die Geister auf den Winden reiten, S.85)
Schamanisches Reisen
Eine schamanische Reise ist der gezielte, absichtsvolle Eintritt in die andere Wirklichkeit. Durch audio- olfaktorischer Stimulation (räuchern, rasseln/trommeln mit ca. 210 beats/min.) begibt sich die/der schamanisch Praktizierende in einen gezielten Zustand der kontrollierten Trance.
Der/die schamanisch Praktizierende reist zu seinen geistigen Lehrern und mitfühlenden Geistern, die ihm/ihr in der „nichtalltäglichen Wirklichkeit“ zur Seite stehen und bittet sie um Hilfe und Unterstützung. Mit Hilfe seiner Verbündeten, ist es dem schamanisch Praktizierenden möglich, Kraft, Wissen und Wandel in das alltägliche Leben zu transformieren.
Ziele der schamanischen Praxis:
- Extraktion von Störfeldern, Rückholung von Seelenanteilen.
- Unterstützung bei Transformationsprozessen, Erhaltung von Kraft.
- Rituale der Wandlung bei Lebens- und Sinnthemen.
- Klärung, Harmonisierung, Segnung von Räumen, Orten, Dingen.
- Naturrituale im Kreis der sieben Richtungen
- rituelle Körperhaltungen nach Felicitas Goodman®
Anfragen zu Ritualen unter: Kontakt
Literaturhinweise zu Schamanismus heute:
- Michael Harner, „Höhle und Kosmos“, Schamanische Begegnungen mit der verborgenen Wirklichkeit, 2013, Ansata Verlag, ISBN 978−3−7787−7483−0
- Paul Uccusic, „Der Schamane in uns“, Schamanismus als neue Selbsterfahrung, Hilfe und Heilung, 1991, Goldmann Verlag, ISBN 3−442−13826−4
- Caitlin Matthews, „Das Lied der Seele“, Schamanische Rituale für Vision und Heilung, 2005, Arun Verlag, ISBN 978−3−935581−87−5
- Llewellyn Vaughan- Lee, „Spirituelle Ökologie“, Der Ruf der Erde, 2015, Verlag Neue Erde, ISBN 978−3−89060−654−5
Links:
https://www.shamanism.eu/de/core-schamanismus